Eva Frey-SchülkeVerlag J. Mays"Wenn es keine Verlage gäbe, gäbe es keine Informationen durch Zeitungen. Meinungsvielfalt und das Bilden einer eigenen Meinung wären zumindest beschwert und eingeengt, für viele alte Menschen auf Unterhaltungsmedien beschränkt. Wenn es keine Zeitungen gäbe, gäbe es weniger Werbeausgaben, dadurch weniger Arbeitsplätze in der Druckindustrie. 80% der Druckbetriebe sind Kleinunternehmen, trotz spürbarem Arbeitsplätzerückgang, ebenfalls bei Verlagen. Verlage initiieren Bücher, die auf dem ungeregelten Markt nicht erscheinen würden. Verlage verhindern v. a. Bücher, die es nicht wert sind gedruckt zu werden. Bei freiem urheberrechtlichen Zugang zu allen Buchinhalten würde sich nicht nur die Verlagslandschaft, sondern auch die Buchhandelslandschaft einschneidend ändern. (Arbeitsplätze, regionale Versorgung) Unser Verlag wäre pleite, da unser Kundenkreis, die öffentliche Hand, zwar die Inhalte will, aber nicht mehr dafür bezahlen wird, sondern ungestraft Raubbau mit den bislang urheberrechtlich geschützten Werken betreiben wird. Die Tendenz dazu ist schon lange da, wir sind auch bereits einmal damit konfrontiert worden, dass wir im Auftrag des Bayerischen Kultusministeriums Inhalte einer CD aufbereitet und finanziert haben, die das Ministerium anschließend zur kostenlosen Bedienung ins Netz gestellt hat. Es gab im gleichen Ministerium bereits Überlegungen, Honorar für amtliche Texte von uns zu erheben. Unsere Aufgabe als Verlag ist es, Verwaltungsabläufe von Behörden und Schulen zu erleichtern.Gäbe es uns nicht, würde sich vermutlich wieder eine Institution in Bayern bilden, die unsere Aufgabe übernimmt u.U. mit Steuergeldern finanziert. Know-how müsste neu erworben werden; Verwaltung würde teurer werden. Verarmung der Kultur in Deutschland wäre vorprogrammiert. Auch die Universitäten würden eines Tages bemerken, dass sie Verlage zur Wissensvermittlung brauchen. Wer würde ein Buch schreiben, wenn er nichts davon hat, wenn er alle Kosten selbst tragen muss? Ein Patent ist ein Schutz auf Zeit, das Urheberrecht bislang ebenfalls. In Zukunft könnte jeder von jedem ein Piraterieprodukt erstellen. China lässt grüßen. Dass ausgerechnet das geistige Eigentum jeden Schutz einbüßen soll, ist nicht zu verstehen."
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