Buchmarkt in ZahlenStatistische Informationen zur Branche und zum Wirtschaftsunternehmen Verlag. Die Angaben stammen aus "Buch und Buchhandel in Zahlen 2006" sowie aus der Schnellumfrage des Börsenvereins zur wirtschaftlichen Entwicklung im Verlagsbuchhandel 2005. Marktvolumen:Nach Schätzungen des Börsenvereins des Deuschen Buchhandels hatte der deutsche Buchmarkt 2005 inklusive Fachzeitschriften ein Marktvolumen von 9,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr verbuchte die Branche damit ein Umsatzplus von 0,9 Prozent. Struktur:Die Buchhandelslandschaft in Deutschland ist trotz der in jüngster Zeit auszumachenden Konzentrationsprozesse kleinteilig strukturiert. Dies betrifft sowohl den verbreitenden Buchhandel als auch die Verlage. Dem Börsenverein gehörten Mitte 2006 4327 Buchhandlungen und 1811 Verlage sowie 84 Unternehmen des Zwischenbuchhandels an. Das Statistische Bundesamt hatte 2004 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) 2772 Verlage mit einem steuerbaren Umsatz (mehr als 17500 Euro Jahresumsatz) erfasst. In der Umsatzgrößenklasse von 17.500 bis unter 50.000 Euro wurden 529 Verlage gezählt, in der Klasse von 50.000 bis unter 100.000 Euro Jahresumatz 447. 562 Verlage verbuchten einen Umsatz zwischen 100.000 und unter 250.000 Euro, 375 Verlage einen Umsatz zwischen 250.000 und 500.000 Euro. Der Umsatzgrößenklasse von 500.000 bis unter 1 Million Euro gehörten 260 Verlage an, jener von 1 bis unter 2 Millionen Euro 198 Verlage. In der Gruppe 2 bis unter 5 Millionen Euro Umsatz wurden 185 Verlage registriert, 70 Unternehmen in der Gruppe 5 bis unter 10 Millionen Euro. Einen Umsatz von 10 bis unter 25 Millionen Euro verbuchten 85 Verlage, 34 Verlage gehörten der Umsatzgrößenklasse von 25 bis unter 50 Millionen Euro an und 26 der Gruppe von 50 Millionen Euro und mehr. Titelproduktion:2005 wurden in Deutschland ca. 78.000 Erstauflagen auf den Markt gebracht, hinzu kommen ca. 12.000 Neuauflagen. Mit insgesamt 89.869 Erst- und Neuauflagen stieg die Zahl um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In dieser Zahl enthalten sind alle in Deutschland erschienenen Titel, also auch jene von Institutionen etc., die nicht zu den Verlagen im engeren Sinn zu rechnen sind. Gut 25 Prozent der Erst- und Neuauflagen waren belletristische Titel, 7,2 Prozent Kinder- und Jugendbücher und 4,2 Prozent Schulbücher. Weitere Anteile an den Erst- und Neuauflagen: Recht: 5,4%, Medizin/Gesundheit: 5,2%, Theologie: 4,5%, Wirtschaft: 4,1 %, Management: 3,1 %, Geografie/Reisen: 2,9%). Anteil der Warengruppen am Gesamtumsatz: Die Verteilung der Erst- und Neuauflagen auf die einzelnen Warengruppen lässt noch keine Schlüsse auf den Verkauf zu. Im Auftrag des Börsenvereins ermittelt Media Control GfK International die Barumsätze im Sortimentsbuchhandel, in Warenhäusern und im E-Commerce. Das heißt, das Rechnungsgeschäft mit Firmen und Institutionen wird hierbei nicht erfasst. In den Läden tragen belletristische Titel 30,7 Prozent zum Gesamtumsatz bei, Kinder- und Jugendbücher 14,3 Prozent und Reiseliteratur 6,4 Prozent. Der Umsatzanteil von Sachbüchern und Ratgebern liegt bei 16,4 Prozent. Vertriebswege:Der Sortimentsbuchhandel ist mit einem Umsatz von 5,02 Milliarden Euro nach wie vor der wichtigste Vertriebsweg für Bücher; sein Anteil am Gesamtumsatz der Branche (2005: 54,8 Prozent) sinkt aber kontinuierlich. Die Erlöse des Versandbuchhandels stiegen im vergangenen Jahr auf 1,03 Milliarden Euro, allein der Onlinehandel (der ebenfalls zum Versandbuchhandel zählt) stieg um 25 %. Der Anteil des Versandbuchhandels am Gesamtumsatz lag 2005 bei 11,2 Prozent, der des Direktgeschäfts der Verlage bei 17,6 Prozent oder 1, 6 Milliarden Euro. Warenhäuser (4,3%) und Buchclubs (3,2%) spielen eine wesentlich geringere Rolle als Absatzkanal als sonstige Verkaufsstellen, zu denen auch Nebenmärkte wie beispielsweise Discounter zählen: sie erwirtschafteten 2005 einen Anteil am Gesamtumsatz mit Verlagserzeugnissen von 8,9 Prozent. Außenhandel und Lizenzgeschäft:Im vergangenen Jahr wurden Bücher, Zeitschriften und andere Gegenstände des Buchhandels im Wert von 2,142 Milliarden Euro exportiert. Die Ausfuhren gingen gut zur Hälfte in die deutschsprachigen Nachbarländer Österreich und Schweiz. 2005 haben die deutschen Verlage 6132 Übersetzungen herausgebracht (60 % der Titel wurden aus dem Englischen übersetzt) und 7491 Lizenzen ins Ausland verkauft - die größten Interessenten an deutschen Büchern kommen aus dem osteuropäischen bzw. asiatischen Raum. Für 604 Titel wurden die Übersetzungsrechte ins Polnische vergeben, 557 Titel werden ins Tschechische übersetzt. Chinesisch (555) und Koreanisch (544) belegten im Ranking der wichtigsten Sprachen für die Lizenzvergaben die Plätze 3 und 5. Gefragt sind im Ausland insbesondere Kinder- und Jugendbücher (24 Prozent aller Lizenzverkäufe), sowie Ratgeber (22 Prozent). Für belletristische Literatur (12,3 Prozent) interessierten sich vor allem Verlage in den europäischen Nachbarländern, allen voran Holland und Italien. Ladenpreise:Bücher sind 2005 durchschnittlich um 1,1 Prozent teurer geworden. Damit lag der Preisanstieg deutlich unter der allgemeinen Teuerungsrate. Der Durchschnittspreis der Erstauflagen lag beispielsweise bei Fachbüchern aus den Bereichen Naturwissenschaften und Mathematik bei 37,08 Euro und bei belletristischen Titeln bei 13,02 Euro. Wirtschaftsunternehmen Verlag:Nach der jüngsten Schnellumfrage des Börsenvereins zur wirtschaftlichen Entwicklung, an der sich 430 Verlage (Umsatzvolumen: 3,6 Milliarden Euro) beteiligten, stiegen die Umsätze 2005 um 2,3 Prozent. Zugleich haben sich die Kosten um 1,1 Prozent erhöht. Aufgrund dieses Verhältnisses beurteilten knapp 45 Prozent der teilnehmenden Verlage ihr Betriebsergebnis besser als im Vorjahr, bei einem Viertel hatte sich das Ergebnis aber verschlechtert. Für 2006 rechnet die große Mehrheit der Verlage mit gleichbleibenden oder steigenden Umsätzen (jeweils 43 Prozent), die Ergebnisentwicklung wird hingegen vorsichtiger beurteilt: 39 Prozent rechnen mit einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Motor des Umsatzzuwachses war 2005 das Zeitschriftengeschäft: Die Gesamterlöse legten um fünf Prozent, die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft um vier Prozent zu. Ausgewiesen nach Schwerpunkten zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Die Kunstbuchverlage verloren knapp zwölf Prozent ihres Umsatzes, Kinder- und Jugendbuchverlage und belletristische Verlage haben ein Wachstum von 5,4 bzw. 5,2 Prozent ausgewiesen. Wissenschafts- und Fachbuchverlage sowie Ratgeber- und Sachbuchverlage verzeichneten Zuwächse unter zwei Prozent. Der Umsatz mit Büchern ging bei wissenschaftlichen und Fachbuchverlagen um 1,6 Prozent zurück. Die Ausgaben für Herstellung und Personal sind die größten Kostenblöcke im Wirtschaftsunternehmen Verlag: Der Anteil der Herstellkosten am Gesamterlös lag 2005 bei 27%, er nimmt mit zunehmender Unternehmensgröße tendenziell ab. Die Personalkosten machten 23 Prozent aus. Die Herstellkosten sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen, beim Personal hat es wie in den Vorjahren wieder Einsparungen von 1,2 Prozent gegeben. Die höchsten Personalkosten wiesen Verlage mit einem Umsatz von einer bis fünf Millionen Euro. Der Anteil der Honorare für Autoren, Herausgeber und Übersetzer stieg um 6,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent des Gesamterlöses. Während der Umsatz der Verlage im Vergleich zu 1999 um 8 Prozent gestiegen ist, kletterten die Honorare um 31 Prozent. Die Ausgaben für Werbung machen 6,2 Prozent des Gesamterlöses aus, ebenso wie die Kosten für die Auslieferung. Steigende EDV-Kosten (Ausstattung mit Hard- und Software sowie Kosten für externe Dienstleister) meldeten vor allem die kleineren und mittleren Verlage. Die Werbeetats stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent. |